„Das Schöne bleibt, das Hübsche vergeht.“
„Ein Mann sieht mit zunehmendem Alter für gewöhnlich immer besser aus, während seine Partnerin welkt“
Gabrielle „Coco“ Chanel stellt bis heute eine Weltberühmtheit und die Revolution der Damenmode Anfang des 19. Jahrhunderts dar.
Als zweite uneheliche Tochter kam Gabrielle Chanel im August 1883 in Samur an der Loire zur Welt. Da ihre Mutter früh an Tuberkulose starb und sich ihr Vater den Unterhalt von fünf Kindern nicht leisten konnte, wurden diese in ein Heim geschickt. Dort verbrachte Gabrielle Chanel sieben Jahre ihres Lebens und lernte unter anderem Nähen und Stricken, aber auch Disziplin und die Konfrontation mit Einsamkeit und seelischer Not. Nachdem sie volljährig geworden war, erhielt Gabrielle Chanel zwei Jahre Unterricht im Pensionat „Notre-Dame“, anschließend arbeitete sie in einem Strickwarenunternehmen und nahm nebenbei private Schneiderarbeiten an.
Ihr späterer Rufname Coco stammt aus dieser Zeit, da sie nebenbei als Sängerin auftrat und von Publikum und Kolleginnen so genannt wurde.
Im Jahr 1904 lernte sie einen Industriellensohn aus Paris kennen, der sie in die Gesellschaft einführte und mit dem sie vier Jahre zusammenlebte. Mit seiner finanziellen Hilfe und Unterstützung eröffnete Coco Chanel 1910 ein Hutatelier „Chanel Modes“ in der Wohnung ihres Geliebten in der Pariser Rue Cambon.
Der Laden wurde 1912 durch eine Schauspielerin, die den Hut auf der Bühne trug, bekannt. Dies veranlasste Coco Chanel im Jahr 1913 eine weitere Boutique, die sich vor allem auf Accessoires und Hüte spezialisierte, zu eröffnen. Dort beschäftigte sie zwei Angestellte.
Als Coco Chanel auffiel, dass die Frauen sogar am Strand Hut und Korsett trugen, beschloss sie, für sich und ihre Freundinnen eine „sportliche Mode“ zu entwerfen. Schnell erntete sie große Aufmerksamkeit mit schlichter Kleidung, die sie locker umspielte und der es an Bequemlichkeit nicht mangelte. Im Gegenteil. Revolutionär war außerdem, dass die Kleider aus Baumwolljersey gefertigt waren. Dieser war zuvor nur für Herrengarderobe verwendet worden. Damit kreierte sie neue und funktionale Mode mit klaren Linien statt bisher üblichen Verziehrungen.
Bereits 1915 besaß Coco Chanel mehrere Boutiquen und Modehäuser in verschiedenen Städten und konnte dadurch ihre Schulden bei ihrem ehemaligen Liebhaber begleichen und ihre Unabhängigkeit sicherstellen.
In ihren Entwürfen zählten für Coco Chanel vor allem Geradlinigkeit, Bequemlichkeit und natürliche Bewegungsfreiheit. Dabei wurde aber trotzdem ihr Wunsch zu verführen, nie außer Acht gelassen. Chanel Mode war revolutionär. Die Designerin entwarf Röcke, die kurz unterhalb des Knies endeten, während man bei anderen nicht mal die Füße sehen konnte. Sie ließ sich ihre Haare abschneiden, setzte ihr Gesicht der Sonne aus und trug Hosen. Diese Lebensweise spiegelte sich in allen Chanelkollektionen wider.
Im Jahr 1921 entschied Coco Chanel, gemeinsam mit Ernest Beaux ein – wie sollte es anders sein – revolutionäres Parfum zu entwickeln, das, anders wie gängige Parfums, nicht den Duft einer einzelnen Blume wiedergeben sollte. Auch der Flakon, der die Nummer 5 trug, war völlig neuartig und erinnerte an einen Männerflakon. Das Parfum Chanel Nr. 5 war geboren, das bis heute das meistgekaufteste Parfum der Erde ist.
Während des zweiten Weltkrieges schloss Coco Chanel ihren Laden und eröffnete ihn erst wieder mit 71. Jahren. Man sagt, dass die Gründung von Dior, einem weiteren Label der Haute Couture, die Designerin dazu veranlasste, zurück zu kommen, da ihrer Meinung nach Christian Dior genau das Gegenteil repräsentierte, was sie jahrelang versucht hatte aufzubauen.
